Knallkrebse

Eine weitere interessante Krebsfamilie stellen die Knall- oder Pistolenkrebse (Alpheidae) dar. Einige von ihnen leben in Symbiose mit Grundeln, Anemonen oder Haarsternen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Konstellationen, von denen wir einige vorstellen möchten. Einige leben aber auch einfach solitär. Die in Symbiose lebenden Krebse dieser Familie gehören zur Gattung Alpheus. Es gibt größer werdende Arten und kleinbleibende. Sie benötigen im Aquarium nicht viel Platz und eignen sich deshalb auch sehr gut für kleinere Aquarien. Gern graben sie sich unter einem Stein eine Höhle mit ein oder mehreren Ein- und Ausgängen. Dafür verwenden Sie neben gröberen Korallenbruchstücken, die man an einer Stelle zur Verfügung stellen sollte, auch leere Schneckenhäuser, Algenreste und alles, was sich sonst so transportieren und einbauen läßt. Sie können beachtlich große Stücke wegschaffen und haben einen guten Sinn dafür, was wohin gehört, damit alles stabil und einbruch -/sturzsicher ist. Loser Sand in größeren Mengen wird einfach schaufelweise weggeschoben. Oft wird die Höhle auch mehrfach, manchmal täglich, umgebaut. So sind diese Tiere auch sehr oft gut zu beobachten.

Bei Krebsen, die mit Grundeln zusammenleben, bewacht die Grundel den Krebs während der Bauarbeiten. Denn der Krebs kann nicht besonders gut sehen. Die Grundeln werden deshalb auch Wächtergrundeln genannt. Der Krebs hält mit einer Antenne immer Kontakt zur Grundel. Diese gibt durch z. B. ein Zucken an, wenn Gefahr droht, und der Krebs kehrt dann meist umgehend in die schützende Höhle zurück. Manchmal ist der Krebs aber auch so ins Graben vertieft, daß die Grundel ihn energisch in Richtung Höhle drängen muß, was einigermaßen putzig aussieht. Zum Dank für ihre Dienste darf die Grundel dann in der Höhle Schutz suchen und dort mit dem Krebs zusammen leben und nächtigen.

Wie alle Krebse müssen sich auch Knallkrebse gelegentlich häuten. Dazu mauert er sich in der Höhle ein. Meist wird die Grundel mit eingegraben und so sind beide/alle einige Tage nicht zu sehen…

Pistolenkrebse sind sehr langlebig. Sie können ca. 4 bis 5 Jahre alt werden. Manche Arten leben sogar deutlich länger. Unser Haltungsrekord für ein Paar A. soror liegt bei ca. 7 Jahren. Auch die Partnergrundeln können ein recht langes Leben haben. Größere Arten erreichen sicher 7 bis 8 Jahre , vielleicht auch mehr. Unsere älteste Symbiosegrundel, eine Cryptocentrus leptocephalus, lebte acht Jahre bei uns.

Alpheus bellulus und A. cf. bellulus

Diese beiden sehr nah verwandten Symbiosekrebsarten erreichen eine Größe von ca. 5 bis 6 cm und harmonisieren am besten mit Grundeln aus den Gattungen Cryptocentrus und Amblyeleotris, teilweise auch mit Stonogobiops spp. und Ctenogobiops spp. Sie lassen sich auch gut im Paar halten und sind völlig unräuberisch. Es kann aber zuweilen zu Problemen mit Einsiedlerkrebsen und Schnecken kommen, wenn zu wenig grobes Baumaterial zur Verfügung steht. Dann schnappen sich diese beiden Arten gerne mal lebende “Häuschen” und bauen sie in ihr Höhlenkonstrukt ein. Die “Bauelemente” werden aber nicht getötet und können häufig sogar wieder entkommen, was den Krebs schier zu Verzweiflung treiben kann, was man dem hektisch rumsuchenden Baumeister dann auch regelrecht ansehen kann. Er hört sofort auf, Jagd auf flüchtende “Steinchen” zu machen, wenn man groben Korallenbruch etc. hinzugibt.

Hat man ein Paar der Krebse, übernimmt häufig ein Krebs den Innen- und einer den Außenausbau.

Wenn die Wächter-Grundeln sich durch Reinschauen ins Aquarium allzu belästigt fühlen, drohen sie den Beobachter auch schon mal mit Aufreißen des beachtlichen Mauls an. Einige Grundeln (z. B. Amblyeleotris wheeleri) wippen auch aufgeregt hin und her und starren den Zuseher regelrecht an. Normalerweise sind Grundeln, die einen Krebs zur Verfügung, recht unängstlich – ja geradezu frech. Auch kleinere Arten sind dann nicht sehr schreckhaft.

Alpheus randalli
Diese Symbiosekrebsart geht lieber mit kleineren Grundelarten aus den Gattungen Stonogobiops und Ctenogobiops zusammen. Die Paarzusammenstellung der Krebse ist etwas schwieriger als bei größeren Arten, klappt aber im Allgemeinen und mit etwas Übung auch sehr gut. Aufgrund ihrer Größe (bis ca. 2,5 cm) bewegen sie lieber feinen Sand und nicht allzu großkörnigen Kies.

Im Zusammenleben als Paar und mit den Grundeln gilt das oben gesagte hier ebenso.

S. yasha ist eine der wenigen Grundeln, bei denen ein Geschlechtsunterschied einfach zu erkennen ist: Das Männchen hat an den zusammengewachsenen Bauchflossen einen schwarzen Fleck.

Alpheus djeddensis/ochrostriatus

Foto und Beschreibung folgen.

Alpheus armatus
Dieser Pistolenkrebs ist in der Karibik beheimatet und lebt mit der Spiralaktinie Bartholomea annulata zusammen. Hält man diese Anemone ohne A. armatus, gedeiht sie nicht so recht. Sie bleibt eher klein und entfaltet sich nicht. Sobald man ihr den Krebs oder ein Krebspaar hinzugesellt, erholt sie sich schnell und entwickelt sich prachtvoll.

Der Krebs sitzt meist unter der Anemone, nur seine Antennen und der vordere Teil des Körpers sind gut zu sehen. Es scheint ihm gar nichts auszumachen, daß diese Anemonenart sehr stark nesselt. Wegen der starken Nesselkraft sollte man so ein Gespann nicht unbedingt in ein Gesellschaftsaquarium integrieren. Kleinere Tiere, wie etwa Mini-Grundeln (z. B. Eviota spp., Trimma spp.) oder Garnelen könnten sonst leicht als Futter der Anemone enden.

Andererseits haben wir gute Erfahrungen mit der freischwimmenden, auch aus der Karibik stammenden, Grundel Coryphopterus personatus gemacht, die monatelang als Gruppe unbeschadet im gleichen Aquarium gehalten wurde und sehr vorsichtig, teilweise knapp über der Anemone, herumschwamm.

Alpheus bisincisus

Foto und Beschreibung folgen.

Alpheus soror

Foto und Beschreibung folgen.

Synalpheus spp.

Es gibt jedoch auch noch andere Gattungen, so z. B. die Synalpheus spp. Diese kleineren Gesellen schleppt man sich gelegentlich mit lebenden Steinen ein, was aber, anders als bei Fangschreckenkrebsen, völlig ungefährlich ist. Pistolenkrebse sind keine Räuber und schädigen i . d. R. nichts im Aquarium. Diese harmlosen Tierchen sind meist recht klein und man bekommt sie recht selten überhaupt einmal zu sehen. Sie leben meist sehr versteckt in einem Stein. Es kann sein , daß man das Knallen hört, das ihnen den Namen verliehen hat. Aber auch dieses Knallen hat auf das Aquarium keine Auswirkungen. Farblich können sie recht unterschiedlich sein. Wir hatten in Sendungen mit lebenden Steinen schon kleine rötliche, viele bläuliche, einige durchsichtige, farblose und neulich ein Pärchen wunderbar schön grün-gelblicher – siehe Fotos (leider keine besseren Bilder möglich)…

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